Ende 2008 haben wir begonnen in einer professionellen Schiffswerft in ägyptischem Sues das Schiff zu bauen. Aufgrund der Tatsache, dass man in dieser Gegend alle Schiffe immer noch auf traditionelle Art baut, wurde gerade dieser Bauort ausgewählt. Falls Sie die T-Shirts mit Werbeaufschriften, die die Arbeiter vor Ort tragen, nicht beachten werden, wird in Ihnen der Eindruck erweckt, dass Sie ins 18. Jahrhundert hineingeraten sind. Die hiesigen Zimmerleute haben mehrmals bewiesen, dass sie mit absolutem Minimum an Werkzeug unglaubliche hölzerne Schöpfungen zustande bringen. Diesen etwas Neues beizubringen erwies sich jeweils als unmöglich. Das Wort Neuheit steht auf der Liste der unanständigen Wörter. Ähnlich wie im 18. Jahrhundert musste ein Baumuster hergestellt werden, um nach ihm ein Schiff zu bauen. In Ägypten ist dank des Sueskanals Holz von hoher Qualität aus Skandinavien leicht zugänglich, das im goldenen Zeitalter der Segel zu dem beliebtesten und gebräuchlichsten Baumaterial wurde. Kiel und Rippen des Schiffes sind jedoch von extrem hartem und standfestem Holz des Kampfer- und Maulbeerbaumes. Überzug und Deck sind dann von finnischer Kiefer.

Beim Schiffbau von heute kommt man mit Chapmans Plänen nicht mehr aus. Im Computer war laut diesen Plänen ein 3D-Modell geschaffen worden, dem die einzelnen Detailpläne folgten. Es war auch nötig eine ganze Reihe von Berechnungen z.B. Stabilität durchzuführen.
Sowohl Maste, Rahen, Marse, Blöcke, als auch Steuerrad und Geschütze wurden in Wallachisch Meseritsch (Valašské Meziříčí) hergestellt. In die Tischlerwerkstatt von Vilém Pavlica strömten seit Juni 2009 Dutzende von Freiwilligen aus ganz Tschechien. Sie entdeckten einerseits moderne technologische Verfahren, andererseits althergebrachte Techniken, die sich oft als schneller und effektiver erwiesen, lernten Seile verschlingen und vieles mehr. Im Dezember 2009 fuhr dann alles im Container nach Ägypten ab.
Das Folgejahr war überwiegend im Zeichen des 21. Jahrhunderts. Das Schiff bekam Motor, Generator, Wasser- und Stromverteilung. Die Mehrheit der Arbeit führten wieder tschechische Fachleute und Freiwilligen durch.
La Grace wurde nach knappen 2 Jahren Bau am 5. 12. 2010 festlich vom Stapel gelassen.
Der Schiffbau wurde ausschließlich aus privaten Ressourcen finanziert. Er käme jedoch ohne Hilfe hunderter Freiwilligen aus ganz Tschechien und der Slowakei nicht zurecht. Für sie und weitere Schwärmer wurde auch Klub der Freunde von La Grace gegründet.